Spohr-Projektförderung unterstützt innovative "Low-Insulin"-Plattform

Spohr-Projektförderung unterstützt innovative "Low-Insulin"-Plattform

GFFU-Präsident Eduard H. Dörrenberg
GFFU-Präsident Eduard H. Dörrenberg führte durch die festliche Veranstaltung.
"Gesundheitstalk" zwischen "Doc Esser" und Prof. Dr. Stephan Martin
Ein Höhepunkt des Events war der "Gesundheitstalk" zwischen "Doc Esser" (WDR) und Prof. Dr. Stephan Martin (VKKD).
Prof. Dr. Stephan Martin (Mitte) erhält symbolisch die Spohr-Projektförderung,
Prof. Martin (Mitte) erhält symbolisch die Spohr-Projektförderung, überreicht von Dr. Edmund Spohr (links) und Bürgermeister Josef Hinkel (Fotos: Dieter Joswig).

Verleihung Spohr Projektförderung mit "Doc Esser" Gesundheitstalk am 26. April 2022

Große Ehrung: Am Dienstag, 26. April 2022, verliehen Bürgermeister Josef Hinkel und Dr. -Ing. Edmund Spohr eine mit 80.000 Euro dotierte „Spohr Projektförderung“ an Prof. Dr. Stephan Martin, den Direktor des Westdeutschen Diabetes- und Gesundheitszentrums (WDGZ) im Verbund Katholischer Kliniken Düsseldorf (VKKD). Er erhielt den Preis im Rahmen einer Veranstaltung der Gesellschaft von Freunden und Förderern der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf e.V. (GFFU) im Düsseldorfer Industrie-Club. 

Der Präsident der GFFU, Eduard H. Dörrenberg, wies auf die Historie der Auszeichnung hin: Familie Spohr knüpft mit dieser Projektförderung an den „Heinrich Spohr-Preis“ an. Heinrich Spohr war ein renommierter Düsseldorfer Architekt, der sich unter anderem nach dem Krieg große Verdienste bei der Schaffung von preisgünstigem Wohnraum erwarb. Ohne Spohrs Engagement würde das städtebauliche Bild von Düsseldorf ganz anders aussehen: Er war an der Standortwahl der neuen Messe in Stockum und beim Neubau des Landtags am Rhein, aber auch am Erhalt der Bodendenkmäler an der Rheinuferstraße beteiligt.

Bürgermeister Hinkel würdigte das Wirken Spohrs, dankte der Familie für die Projektförderung und übergab – zusammen mit dem Vertreter der Familie Spohr, Dr. Edmund Spohr – ­die Projektförder-Urkunde an Prof. Martin, der 1963 in Düsseldorf geboren ist. Nach dem Studium der Humanmedizin hat er mehrere Jahre an der Harvard Medical School in Boston geforscht. Martin ist im VKKD I Verbund Katholischer Kliniken Düsseldorf als Chefarzt für Diabetologie und als Direktor im Westdeutschen Diabetes- und Gesundheitszentrum tätig. Er hat ein in Europa einzigartiges telemedizinische Betreuungsmodell für Patienten mit Diabetes aufgebaut. In den letzten 15 Jahren führte er mit seinem Forschungsteam am Westdeutschen Diabetes- und Gesundheitszentrums eine Vielzahl an Studien durch, die in internationalen Fachzeitschriften veröffentlicht wurden. Seine Forschungsprojekte und deren Ergebnisse haben direkte Auswirkungen auf die Behandlung von Patienten. 

Vor der Verleihung hatte Martin zusammen mit dem Kardiologen und Pneumologen Heinz-Wilhelm Esser, bekannt aus dem WDR-Fernsehen als „Doc Esser“, in einem Gesundheitstalk Einblicke in seine Forschung und den geplanten Einsatz der Gelder aus der Projektförderung gegeben. Die Grundlage dafür stellt das von Martin und seinem Team entwickelte „Low-Insulin" Programm zur Gewichtsabnahme dar, das im Rahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung bei Mitarbeitern der Deutschen Bundesbank in Düsseldorf erfolgreich angewendet worden ist. Dabei steht nicht die Kalorienaufnahme im Vordergrund. Betroffene werden vielmehr darauf trainiert, Lebensmittel zu meiden, die die körpereigenen Insulinspiegel erhöhen, denn Insulin blockiert die Fettverbrennung und fördert den Fettaufbau. Übergewicht und Adipositas sind Krankheitstreiber und führen zu einer Vielzahl an Erkrankungen, wie z.B. Typ 2 Diabetes oder Bluthochdruck, die die wesentlichen Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall darstellen.

Mit der Spohr-Projektförderung wird das Low-Insulin-Programm auf eine digitale Informationsplattform mit einer interaktiven App umgesetzt, die Betroffene bei der Gewichtsabnahme unterstützt. Den Teilnehmenden werden wichtigen Informationen zur Änderung des Lebensstils, insbesondere zur Ernährungsumstellung, in Form von Kurzvideos zur Verfügung gestellt. Zusätzlich können auf dieser Plattform Daten wie Gewicht oder Schritte von den Teilnehmenden erfasst werden, die dann in telefonischen Coaching-Gesprächen besprochen werden. Die Teilnehmenden erhalten also sämtliche Informationen – Corona-konform –  online. Im Mittel verlieren die Teilnehmer ungefähr zehn Kilogramm an Gewicht ohne den gefürchteten Jojo-Effekt. Das mit den durch die Spohr-Projektförderung entwickelte Programm soll primär Düsseldorfer Unternehmen zur Verfügung gestellt werden, um deren Wettbewerbsfähigkeit im Zeitalter des Fachkräftemangels zu erhalten.
 

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