Heinz-Ansmann-Preis 2025 würdigt HIV-Spitzenforschung

Heinz-Ansmann-Preis 2025 würdigt HIV-Spitzenforschung

Vor Schloss Mickeln (vlnr.): Prof. Dr. Florian Klein, Preisträgerin Prof. Dr. Michaela Müller-Trutwin, Ehepaar Achim und Petra Ansmann, Prof. Dr. Mark Oette und Mia Humbert.
Bei der Preisverleihung: Prof. Dr. Michaela Müller-Trutwin (Mitte) neben GFFU-Präsidenten Thomas Buschmann (li.) und Dr. Achim Ansmann (Kuratorium Ansmann-Stiftung). Fotos: Nicolas Stumpe / GFFU.

Auszeichnung auf Schloss Mickeln an Prof. Dr. Michaela Müller-Trutwin verliehen

Düsseldorf, 10. Juni 2026 – Auf Schloss Mickeln in Düsseldorf hat die Heinz-Ansmann-Stiftung für AIDS-Forschung zum 21. Mal ihren renommierten Forschungspreis verliehen. Die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung 2025 ging an Prof. Dr. Michaela Müller-Trutwin vom Institut Pasteur in Paris.  

Ausgezeichnet wird Müller-Trutwin für ihre grundlegenden Arbeiten zur viralen Diversität, Immunologie und Persistenz des HI-Virus. Ihre Forschung hat wesentlich dazu beigetragen, das Verständnis der HIV-Infektion zu vertiefen und neue Perspektiven für Therapieansätze zu eröffnen. 

In seiner Laudatio würdigte Priv.-Doz. Dr. Björn Jensen (Uniklinikum Düsseldorf) Müller-Trutwins Nachweis, dass Entzündungsprozesse die treibende Kraft hinter AIDS sind. Zugleich habe sie entscheidende Erkenntnisse zur außergewöhnlichen Variabilität des Virus geliefert – ein Faktor, der die Entwicklung wirksamer Therapien maßgeblich beeinflusst. 

In ihrem Vortrag vor circa 40 anwesenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zeichnete Müller-Trutwin die Entwicklung ihrer Forschung nach, die in den frühen 1990er Jahren in der Zentralafrikanischen Republik begann. Ihre Arbeiten belegen unter anderem, dass HIV nahezu alle Organe des Körpers befällt und sich durch eine außerordentlich hohe Mutationsrate auszeichnet – Eigenschaften, die die Medizin bis heute vor große Herausforderungen stellen. 

„Auch nach mehr als vier Jahrzehnten intensiver Forschung ist HIV noch nicht besiegt. Es gibt bis heute weder einen Impfstoff noch eine Heilung – umso wichtiger ist es, die Forschung konsequent weiter voranzutreiben. Deshalb freue ich mich besonders über die Auszeichnung und bedanke mich bei der Heinz-Ansmann-Stiftung für die langjährige Unterstützung in der AIDS-Forschung“, sagte Müller-Trutwin bei der Preisverleihung. 

Prof. Dr. Michaela Müller-Trutwin leitet seit 2014 die Forschungseinheit „HIV, Entzündung und Persistenz“ am Institut Pasteur in Paris. Sie studierte in Bonn und promovierte in Paris bei Prof. Françoise Barré-Sinoussi, die 2008 mit dem Nobelpreis für Medizin für ihre Arbeiten über das HI-Virus ausgezeichnet wurde. 

In seiner Ansprache schilderte Dr. Achim Ansmann die Entstehungsgeschichte der Stiftung: Sein Onkel Heinz Ansmann gründete sie 1985 – zu einer Zeit, als AIDS gesellschaftlich noch stark stigmatisiert war. Den Anstoß gab ein Bericht in der Financial Times über HIVinfizierte US-Soldaten, für die es weder Behandlungs- noch Unterbringungsmöglichkeiten gab. Mit einem Startkapital von 500.000 D-Mark schuf er die erste private Stiftung für AIDSForschung in Deutschland. 

Organisiert wurde die Preisverleihung von der Gesellschaft von Freunden und Förderern der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (GFFU), die die Heinz-Ansmann-Stiftung sowie weitere etwa 25 Stiftungen treuhänderisch verwaltet. GFFU-Präsident Thomas Buschmann begrüßte die rund 40 Gäste und hob hervor, dass es für ihn eine besondere Ehre sei, die Preisverleihung erstmals in seiner seit November 2025 ausgeübten Rolle als Präsident zu eröffnen.

 

Die Heinz-Ansmann-Stiftung für AIDS-Forschung 

Die Heinz-Ansmann-Stiftung für AIDS-Forschung wurde 1985 von dem Düsseldorfer Bankier Heinz Ansmann gegründet – als erste private AIDS-Stiftung in Deutschland. Ziel ist die Förderung wissenschaftlicher Forschung zur Entstehung, Behandlung und Prävention der HIV-Infektion. Der Heinz-Ansmann-Preis wird in der Regel alle zwei Jahre für herausragende wissenschaftliche Leistungen vergeben. 

 

Anwesende bei der Preisverleihung (Auswahl) 

  • Dr. Achim Ansmann, Mitglied des Kuratoriums der Heinz-Ansmann-Stiftung für AIDS-Forschung
  • Thomas Buschmann, Präsident der Gesellschaft von Freunden und Förderern der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf e. V. (GFFU) und Sprecher der Regionalen Geschäftsleitung und Leiter Unternehmensbank Nordwest Deutsche Bank AG
  • Priv.-Doz. Dr. Björn Jensen, Bereichsleiter Spezielle Infektiologie, Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie, Universitätsklinikum Düsseldorf (Laudator)
  • Prof. Dr. med. Florian Klein, Direktor des Instituts für Virologie, Universität zu Köln (ehemaliger Preisträger)
  • Prof. Dr. med. Tom Lüdde, Direktor der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie Universitätsklinikum Düsseldorf
  • Prof. Dr. Michaela Müller-Trutwin, Leiterin der Forschungseinheit „HIV, Entzündung und Persistenz“, Institut Pasteur, Paris (Preisträgerin)
  • Prof. Dr. med. Mark Oette, Chefarzt für Infektiologie und Innere Medizin, Köln (ehemaliger Preisträger)
  • Irene Schrader, Geschäftsführerin der Gesellschaft von Freunden und Förderern der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf e. V. (GFFU) 
     

 

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